Von der Couch aufstehen

Rund 150 junge Leute mit Bischof Ackermann bei Weltjugendtags-Nachtreffen in Kyllburg

kyllburg2016 WJT Krakau

Kyllburg – Jugendliche hätten „unendliche Möglichkeiten, von der Couch aufzustehen und selber aktiv zu werden“, hat Bischof Dr. Stephan Ackermann beim Weltjugendtags-Nachtreffen in Kyllburg vom 2. bis 4. Dezember in Kyllburg gesagt. Es sich nicht bequem auf dem Sofa machen, sondern im Leben Spuren hinterlassen und sich für den Glauben und die Gesellschaft engagieren. Diese Worte von Papst Franziskus beim Abschlussgottesdienst des Weltjugendtags in Krakau im Sommer waren auch beim Nachtreffen in der Eifel präsent. Rund 150 junge Leute aus dem ganzen Bistum Trier waren gekommen, zusammen mit rund 20 Gästen aus Polen. Auf dem Programm in Kyllburg standen Spiel, Besinnung, bunte Workshops mit Engagement, Gottesdienst und ein Austausch mit Bischof Dr. Stephan Ackermann.

Es gebe an vielen Stellen lebendige Jugendarbeit, erklärte der Bischof – etwa in den Pfarreiengemeinschaften, den Fachstellen oder Verbänden. Junge Leute könnten sich auch sozial einbringen, oder in die Gottesdienstvorbereitung. „Es gibt eine breite Palette von Einladungen“, sagte der Bischof. Die zentrale Botschaft dabei sei: „Bleib nicht hocken, sondern steh auf und mach mit.“ Eine Art „von der Couch aufstehen“ seien auch die Workshops beim Nachtreffen gewesen, findet Nicole Schneider (19) aus Bekond. Sie war mit einer Gruppe in einem Altenheim in Bitburg, spielte mit den Senioren und sang mit ihnen Weihnachtslieder. „Es war nur eine kleine Geste, aber man hat gesehen, wie glücklich sie waren und wie es ihren Tag erhellt hat.“ Friederike Krämer (17) aus Pluwig war mit einer Gruppe in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in Bitburg. Dort spielten die jungen Leute mit den Kindern, musizierten, tanzten und bastelten. „Ich fand es einfach schön, wie offen die Kindern zu uns waren und wie sie sich auf uns eingelassen haben“, erklärt sie. Bei einem weiteren Workshop, an dem Ernst Kremer (22) aus Koblenz teilgenommen hatte, verteilte eine Gruppe Plätzchen mit kleinen Botschaften an Leute in Kyllburg – unter dem Motto: „Kyllburg beglücken“. Auf den Zetteln stand etwa: „Frohe Weihnachten“ oder Sätze wie: „Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt wenn man es teilt.“ Teilen sei ein schönes Gefühl gewesen, sagt Ernst. Die Kekse seien „sehr gut angekommen“.

Auch die Erinnerung an den Weltjugendtag selbst war ein großes Thema. „Es sind unglaublich viele Eindrücke“, sagt Nicole. „So viele Menschen aus so vielen Ländern sind zusammengekommen. Und es sind viele neue Freundschaften entstanden.“ Auch Friederike fand den Weltjugendtag „einfach total schön“. Besonders habe ihr gefallen, „dass man von allen ein Lächeln bekommen hat“. Sehr bewegend sei auch die Abschlussmesse mit Papst Franziskus gewesen. „Und ich konnte ein Foto mit dem Papst erhaschen“, berichtet Ernst. Zur Abschlussmesse zu Pilgern auf das „Feld der Barmherzigkeit“ bei Krakau sei sehr anstrengend gewesen. Aber auch ein Höhepunkt. Besonders sei aber auch die Gastfreundschaft der Polen gewesen. Das findet auch Nicole. „Umso schöner ist es, dass einige auch hier sind. So können wir auch ein wenig zurückgeben.“ Und Weihbischof Jörg Michael Peters, der auch die jungen Leute in Polen begleitet hatte, fasste zusammen: „Sie sind nicht hier als Gäste, sondern vielmehr als Freunde.“ Der Weltjugendtag sei besonders geprägt worden durch Begegnung, sagte Bischof Ackermann, der ebenso in Krakau war. „Auch das Interesse der vielen jungen Leute am Glauben zu spüren, das hat mich bestärkt.“

Vom 17. Juli bis 1. August waren rund 400 junge Menschen aus dem Bistum Trier unterwegs in Polen. Sie verbrachten Tage der Begegnung in Gastfamilien in Oppeln und erlebten den eigentlichen Weltjugendtag vom 25. bis 31. Juli in Krakau mit rund zwei Millionen jungen Leuten aus aller Welt. Der nächste Weltjugendtag findet 2019 in Panama statt.

 Alle Bilder von diesem Wochenende findet ihr hier.

 

vom 6. bis 8. November 2015 in Luxemburg

 

wjt theologische konferenz2 2016
Bildquelle: Patrick De Rond

(Vlnr.) Marc-Ansgar Seibel, Koblenz; Jugendpfarrer Martin Laskewicz, Koblenz; Jens Artmann, Gutenberg; 
Hans- Jörg Höhlein, Boppard; Christel Quiring, Trier, Liane Durstewitz, Koblenz; David Morgenstern, Mayen; Madeline Garnier, Trier; Johannes Kipping, Herdorf.

 


Der Weltjugendtag (WJT) 2016 in Krakau in Polen mit Papst Franziskus will gut vorbereitet sein - organisatorisch, aber auch inhaltlich. Unter dem Motto "Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden" fand vom 6. bis 8. November dazu eine theologische Konferenz in Luxemburg statt. Veranstalter war die Jugendpastoral Euregio, ein Zusammenschluss der Diözesen Metz, Verdun, Troyes, Lüttich,  Namur, Luxemburg und Trier, die durch die Förderung interkultureller Begegnungen gemeinsam Zeichen setzen möchte für Frieden und Gemeinschaft zwischen den Nationen.

Über 40 Verantwortliche für die Vorbereitungen des Weltjugendtages aus diesen Ländern haben sich in Workshops mit dem Thema Barmherzigkeit in den Weltregionen auseinandergesetzt. Dabei lernten sie etwa den Rosenkranz der Barmherzigkeit als ein wichtiges traditionelles Gebet polnischer Katholiken kennen. Praktische Tipps zur Vorbereitung mit den jungen Leuten gab es bei der Herstellung von Daumenkinos zum Thema Barmherzigkeit. Daneben gab es auch Vorträge zum Gastgeberland Polen und dem polnischen Begründer der Weltjugendtage, Papst Johannes Paul II. Dorota Abdelmoula vom WJT-Oranisationsteam in Krakau informierte die Konferenzteilnehmer über den aktuellen Planungsstand in Polen: Da der Weltjugendtag in das vom Papst ausgerufene Heilige Jahr der Barmherzigkeit falle, habe das natürlich Auswirkungen auf die Planungen der Events mit dem Papst. Für die Abschlussmesse der Weltjugendtage auf dem „Feld der Barmherzigkeit“ erwarten die Veranstalter über 2 Millionen junge Menschen aus der ganzen Welt.

Christel Quiring, die für das Bistum Trier die Fahrt zum Weltjugendtag nach Krakau in den Sommerferien 2016 organisiert, zeigte sich begeistert von den Informationen und dem Austausch mit den Euregio-Verantwortlichen auf der Konferenz: „Wir haben uns während des Wochenendes mit vielen Themen in der Verschiedenheit unserer Sprachen und Kulturen auseinandergesetzt und viel voneinander lernen können. Wir vom Vorbereitungsteam aus dem Bistum Trier haben viele neue Impulse für unsere Arbeit mit den Jugendlichen vor Ort erhalten.“

 

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kyllburg wjt Begegnungswochenende2016 "Wir sehen uns in Krakau" rufen die jungen Leute. "Do zobaczenia w Krakowie"

Kyllburg – Gebannt blickt die Klasse nach vorne. „Wie heißt das auf polnisch?“, „Jak sie to nazywa po polsku?“, sprechen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Chor. Nur noch rund einen Monat, bevor fast 400 junge Leute aus dem Bistums Trier Mitte Juli zum Weltjugendtag nach Krakau fahren. Rund 150 von ihnen sind vom 17. bis 19. Juni zum Vorbereitungswochenende nach Kyllburg gekommen. Der Crashkurs in Polnisch war dabei nur eines von vielen Angeboten: Buntes Kennenlernen, Gottesdienstfeiern mit Weihbischof Jörg Michael Peters, Wegkatechese zu den sieben Werken der Barmherzigkeit im Ort, oder ein Fußballspiel.

Helena Trapp (22) aus Koblenz schnippelt Sellerie. Der Workshop „Polen kulinarisch“ bereitet das Essen für den Abend vor: Polnische Krapfen, Pizzabrötchen und Kartoffelsalat. „Ich interessiere mich für die polnische Küche“, sagt Helena. Und sie freue sich schon sehr darauf, Land und Leute zu erleben. Es ist ihr erster Weltjugendtag, und auch das erste Mal in Polen. „Ich stelle es mir als einzigartiges Erlebnis vor“, sagt Helena. „Die vielen neuen Leute kennenlernen, das Gefühl der Verbundenheit zu erleben.“ Die Vorfreude sei sehr groß.

Aufgeregt ist auch schon Kim Teichmann. Für die 18-Jährige aus St. Wendel ist es auch der erste Weltjugendtag. Mit den Messdienern war sie aber vor zwei Jahren schon auf Wallfahrt in Rom. „Die Atmosphäre war einfach super. Und die Gemeinschaft war toll.“ So stellt sie sich auch den Weltjugendtag vor. Besonders freut sich Kim auf die Vigilfeier, den Abend vor der großen Messe mit Papst Franziskus, bei der Millionen von Menschen aus aller Welt gemeinsam auf dem Feld übernachten.

„Ich freue mich auf den Papst“, sagt Beatrix Raduly. Die 19-Jährige kommt ursprünglich aus Rumänien, arbeitet jetzt für ein Jahr in einer sozialen Einrichtung in Trier. Als sie vom Angebot des Bistums Trier gehört hat, mit zum Weltjugendtag zu fahren, war sie schnell begeistert. „Ich bin sehr aufgeregt.“ Ihr persönlicher Höhepunkt werde es wohl werden, möglichst viele Menschen aus aller Welt kennenzulernen. „Und schon beim Vorbereitungstreffen habe ich viele neue Freunde gefunden.“

Bei dem Wochenende in Kyllburg könne man schon spüren: „Das Fieber ist groß“, sagt auch Weihbischof Peters, der die jungen Leute aus dem Bistum Trier zum Weltjugendtag begleiten wird. „Kommt mit offenen Herzen und viel Neugierde“, sagte er den jungen Leuten. „Es wird eine tolle Erfahrung, mit vielen lebendigen Begegnungen und lebendiger Kirche.“

Vom 17. Juli bis 1. August sind die jungen Menschen aus dem Bistum Trier unterwegs in Polen. Sie werden Tage der Begegnung in Gastfamilien in Oppeln erleben, und beim eigentlichen Weltjugendtag vom 25. bis 31. Juli in Krakau mit rund zwei Millionen jungen Leuten aus aller Welt ihren Glauben leben – und Gottesdienst mit Papst Franziskus feiern. „Do zobaczenia w Krakowie!“, rufen die Teilnehmer des Vorbereitungswochenendes in Kyllburg. „Wir sehen uns in Krakau!“

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Gruppe Kundschafterfahrt„Die Fahrt hat Motivation und Vorfreude verstärkt“

Weltjugendtags-Gruppe aus Bistum Trier als „Kundschafter“ in Polen unterwegs

Trier/Oppeln/Krakau – „Herzliche Begegnungen, eine überwältigende Gastfreundschaft und viele tolle Eindrücke von dem Austragungsort des Weltjugendtags 2016“ – So fasst Christel Quiring von der Abteilung Jugend im Bistum Trier die „Kundschafterfahrt“ zusammen, zu der sich eine Gruppe von 19 Haupt- und Ehrenamtlichen im Vorfeld des Weltjugendtags vom 3. bis 7. Juni nach Polen aufgemacht hatte. Die Gruppe besuchte vorab die Weltjugendtags-Stadt 2016 Krakau und das Gastbistum Oppeln, wo die jungen deutschen Pilger aus dem Bistum Trier untergebracht sein werden. Neben dem Kennenlernen der beiden Städte standen auch Gespräche mit den Verantwortlichen vor Ort und ein Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz auf dem Programm.

Um sieben Uhr morgens wirkt der inmitten von Wiesen gelegene kleine polnische Ort Winow noch ganz verschlafen, als der Reisebus mit den deutschen „Kundschaftern“ aus dem Bistum Trier um die Ecke biegt. Ein Gästehaus in dem kleinen Dorf in der Nähe von Oppeln ist nach rund 980 Kilometern quer durch Deutschland und Polen die erste Station der dreitägigen Reise. Der Gruppe sind die 13 Stunden Nachtfahrt zwar anzumerken, aber bei den meisten überwiegt die Neugier, was Polen als Gastgeberland des Weltjugendtags 2016 zu bieten hat. Schon in Winow wird klar: Vor allem eine große Gastfreundlichkeit. Auf den Tischen des Gästehauses stehen schon frisch gebrühter Kaffee und bereits gestrichene Butterbrote - nicht unüblich in Polen, wie die ehrenamtlich engagierten Jugendlichen um Jugendpfarrer Jaroslaw Staniszewski erzählen. Nach Gottesdienst und Fronleichnamsprozession geht es für die Gruppe nach Oppeln, wo gemeinsam die „Tage der Begegnung“ im Partnerbistum vor dem eigentlichen Weltjugendtagsprogramm besprochen werden. Gemeinsam mit Staniszewski ist Pfarrer Lukasz Kniec für die Organisation vor Ort zuständig und fragt die Deutschen nach ihren Erwartungen. Für Quiring, die den Weltjugendtag im Bistum Trier koordiniert, sind diese Kontakte und Gespräche sehr wichtig. „Die Verantwortlichen hier sind sehr gut aufgestellt und nutzen unseren Besuch, um unsere Ideen und Wünsche für das Vorprogramm einzubeziehen. Was wir jetzt schon sagen können: Die Jugendlichen werden viel Zeit in ihren Gastfamilien verbringen und das Leben der polnischen jungen Leute, also Schule, Arbeit, Freizeit, hautnah kennenlernen können.“ Die besondere polnische Spiritualität erlebt die Gruppe dann am ersten Abend bei einem Anbetungskonzert – einer Mischung aus geistlichem Pop- und Chorkonzert. Diese von mehreren Tausend Menschen besuchten Konzerte gibt es überall in Polen. Für die 24-jährige Studentin Edyta Dybala aus Boppard ist es ein faszinierendes Erlebnis, sagt sie. „Dieses Konzert hat mir nochmal die Verwurzelung des Glaubens im polnischen Alltag gezeigt. Ich finde es toll, wie hier Jung und Alt, Geistliche und Laien zusammenkommen und ihren Glauben feiern und teilen.“

Auch die nächsten beiden Tage halten für die „Kundschafter“ aus dem Bistum Trier viele Eindrücke und Begegnungen bereit: Sie lernen das an der Weichsel gelegene Krakau – die Geburtsstadt von Papst Johannes Paul II – kennen, genau wie einen der „Katecheseorte“, wo 2016 die jungen Leute zusammen ihren Glauben leben werden. Besonders bewegend ist für die Gruppe auch der Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, wo sie sich mit der deutsch-polnischen Geschichte auseinandersetzen. Auch das werde ein wichtiges Thema für die Pilger aus dem Bistum Trier sein, unterstreicht Quiring.       

„Krakau ist eine wunderschöne und vielseitige Stadt voller Geschichte, aber auch eine junge Stadt mit tollen Ausgehvierteln“, schildert Quiring. Sie sei schon gespannt, wie voll das touristisch beliebte Krakau mit rund zwei Millionen Pilgern 2016 sein werde. „Die Polen werden dieses logistische Problem aber gut stemmen, auch weil hier die Vorfreude sehr groß ist und sich sehr viele Menschen ehrenamtlich für dieses Ereignis engagieren wollen.“ Auf der Kundschafterfahrt, resümiert sie, seien Motivation und Vorfreude für das Organisationsteam auf das Großereignis Weltjugendtag 2016 noch einmal verstärkt worden. Auch für die anderen Teilnehmer hat sich die Vorab-Fahrt gelohnt. Joshua Ztierts aus Senningen/Luxemburg war schon vor zwei Jahren auf dem Weltjugendtag in Rio dabei. Ihn habe damals vor allem das Gefühl inspiriert, „dass man unter Millionen Fremden doch irgendwie befreundet ist und alle aus den gleichen Gründen dort sind“. Genau wie er freut sich auch Edyta auf Krakau 2016. „Hier können sich Jugendliche und junge Erwachsene aus allen Nationen über ihren Glauben, ihre Kultur und ihre Ansichten austauschen. Für mich symbolisiert der Weltjugendtag ein großes Friedensfest.“

 

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