Viva Polonia - Viva Weltjugendtag 2016

Der Auftakt erfolgte mit der Heiligen Messe und der anschließenden Prozession in Winów anlässlich des christlichen Feiertages Fronleichnam. Währenddessen fiel mir vor allem die Frömmigkeit der Polen auf. Allerdings soll diese keinesfalls abschrecken. Ereignisse, wie unter anderem das Anbetungskonzert in Opole, ‚lockern‘ diese Frömmigkeit auf und beweisen die Verwurzelung des Glaubens im Alltag. Während dieses Konzertes, das abseits jeglichen Kommerzes stattfand, faszinierte mich die Kombination von Jung und Alt – von Geistlichen und Bürgerlichen. Tausende von Gästen versammelten sich auf einem großen Feld, um ein Anbetungskonzert, das liturgische Elemente aufweist, zu feiern. Jugendliche begrüßten sich mit Schwestern, Priestern und weiteren Geistlichen mit Umarmungen und großer Freude, was den engen Kontakt zwischen den verschiedenen (Ziel-)Gruppen beweist. Es zeigte sich eine Selbstverständlichkeit für die Anbetung Gottes und Jesus. In EINER Gemeinschaft, die von verschiedenen Sozialisationen geprägt ist, feierte und teilte man den Glauben zusammen. Dieses atemberaubende Erlebnis steigerte die Vorfreude für den Weltjugendtag, der nächstes Jahr stattfindet.

Die polnischen Verantwortlichen für das (Vor-)Programm im Rahmen des Weltjugendtages waren sehr an unseren Wünschen und Erwartungen interessiert und möchten diese in ihre Planungen integrieren. Einerseits wird die deutsch-polnische Geschichte und die Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg eine Rolle spielen. Andererseits werden auch die aktuellen Konflikte, wie das Flüchtlingselend, und die Gerechtigkeit in der Welt thematisiert. Außerdem wird erfreulicherweise genug Zeit eingeräumt, um die polnische Kultur kennenzulernen. In den Gastfamilien, in denen man untergebracht wird, lernt man den polnischen Alltag und das leckere traditionelle Essen kennen. Während der Kundschafterfahrt konnte ich viele traditionelle Gerichte kennenlernen. Bigos, Barszcz, Rinderrouladen,  Pieroggi, leckere Bratwürstchen, Zapiekanki, traditionelle Kartoffelklöschen, polnischer Schinken, Ponczki (Art Berliner) und viele weitere Speisen ließen uns keinesfalls verhungern und regten die Freude auf die zwei Wochen in Polen 2016 an.

Weiterhin ist die Verehrung des verstorbenen polnischen Papstes Johannes Paul II, der zugleich der ‚Vater der Weltjugendtage ist, bewundernswert. Überall begegnen die Touristen und Einheimischen Papst Johannes Paul II. Daher wird dieser ebenfalls eine wichtige Rolle während des Weltjugendtages im kommenden Jahr in Krakau spielen.

Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden (Mt 5, 7) ist das Motto des Weltjugendtages in Krakau, welches unbeschränkt auf die Stadt zugeschnitten ist. Dem Motto entsprechend besuchten wir das Sanktuarium der Barmherzigkeit Gottes, welches eine junge römisch-katholische Wallfahrtsstätte ist. Sie ist ein Ort für die Verehrung der Barmherzigkeit Gottes. Das Bild des ‚Barmherzigen Jesus‘, welches nach der Beschreibung der Heiligen Faustyna gemalt wurde, prägt diesen Ort. Sr. Maria Vianny brachte uns eindrucksvoll das Leben der Hl. Sr. Faustyna und ihre Botschaft näher. Die Worte Sr. Maria Vianny berührten mich persönlich sehr. Sie verdeutlichte uns mithilfe ihrer eigenen Erfahrungen die Gegenwart Jesu und dass man ihm vertrauen, statt fürchten solle. Sensibilisiert durch ihre Aussagen, halte ich von nun an noch bewusster die Augen auf, um das Dasein Jesu in meinem Alltag wahrzunehmen. Die Erzählungen über Sr. Faustyna machen bewusst, dass Barmherzigkeit ein Weg zu Gott ist, der in verschiedenster Form anzutreten ist. In den alltäglichsten und scheinbar nichtigsten Situationen sollte man Barmherzigkeit unserem Gegenüber entgegenbringen. Ich hoffe sehr und bin eigentlich jetzt schon davon überzeugt, dass sich dies während des Weltjugendtages in Krakau durchsetzt.

Krakau ist eine sehr schöne Stadt, die ein besonderes Flair hat und viel zu bieten hat. Sowohl mittags als auch abends versammeln sich auf dem Hauptmarkt viele unterschiedliche Personen: Jugendliche, Familien, Paare, ältere Personen verschiedener Nationen, die beispielsweise den Straßenkünstlern, wie Tänzern und Sängern, zuschauen und die tolle Atmosphäre gemeinsam genießen. Ein Besuch der Stadt ist auf jeden Fall lohnenswert! Und wieso sollte man diesen Besuch nicht sofort mit Millionen anderen Menschen am Weltjugendtag teilen?!

Momente, wie das Abendessen mit krakauern Studenten/-innen oder das Lagerfeuer mit dem polnischen Jugendpfarrer und der jungen ehrenamtlichen Helfern, gaben die Chance, sich über weitere Themen und Projekte zu unterhalten. Bewundernswert, wie viel Kraft bespielsweise Radzimir (27) in kirchliches Engagement steckt! Ich hoffe sehr, dass die jungen Leute, die nächstes Jahr am Weltjugendtag teilnehmen von dieser Lebenseinstellung inspiriert werden und daraufhin Anknüpfungspunkte in ihren Gemeinden suchen.

Die Teilnehmenden der Kundschafterfahrt waren sehr motiviert, das Land und die bisherige Organisation Polens kennenzulernen und diese Erfahrungen mit in die Planungen für nächstes Jahr einzubeziehen. Dieses Vorhaben wird mithilfe einer anschließenden Reflexion in der Heimat konkretisiert.

Die Kundschafterfahrt hat mich dazu motiviert, mich aktiv an zukünftigen kirchlichen Veranstaltungen (solcher Art) zu beteiligen und zu bereuen, dass ich nicht schon in den vergangenen Jahren an Weltjugendtagen teilnahm. Die teilnehmenden Kundschafter erzählten so begeistert von ihren Erfahrungen, die sie an den letzten Weltjugendtagen gemachten haben, sodass ich mir dieses Erlebnis nächstes Jahr nicht entgehen lassen möchte.

Bisher habe ich noch keinen Weltjugendtag besucht, daher freue ich mich nun umso mehr, am Weltjugendtag in Krakau mitzufeiern. Mit meiner Teilnahme am Weltjugendtag möchte ich ein Zeichen für das friedliche Miteinander setzen. An keiner anderen Veranstaltung wird der Austausch mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus allen Nationen über den Glauben, die Traditionen, Kulturen und Ansichten gewährleistet wie am Weltjugendtag. Ich freue mich darauf, meinen Glauben mit Millionen von anderen Menschen zu teilen und zu feiern. Einen Gottesdienst mit Papst Franziskus zu feiern, bedeutet mir sehr viel und wird mitunter ein Höhepunkt sein. Der Weltjugendtag symbolisiert für mich ein großes Friedensfest von jungen Menschen und den Geistlichen. Es wird ein Erlebnis in der Gemeinschaft, das von Heiterkeit, Gelassenheit und Lebensfreude geprägt sein wird, aus dem ich viele viele Erfahrungen mitnehme und hoffentlich in meinem Alltag umsetzen kann. Ich hoffe außerdem sehr, dass durch den Weltjugendtag der Glaube auch diejenigen beeindruckt, die der Kirche fernstehen.

Zu der Fahrt zum Weltjugendtag gehört neben der WJT-Feier in Krakau außerdem die Begegnung in den Bistümern Polens, in unserem Falle die Diözese Opole. Die bisherigen Planungen versprechen viel und ich bin zuversichtlich, dass das Programm jeden Interessen gerecht gestaltet wird! Egal wo ich mich in den letzten Tagen befand, fühlte ich mich nicht fremd, denn es gab jederzeit jemanden, der einen in ein Gespräch verwickelte. Diese Offenheit und Vielfältigkeit des Landes und der Bürger Polens müssen unbedingt kennengelernt werden. Ich freue mich auf zahlreiche Begegnungen in den anstehenden zwei Wochen im Juli 2016, die ich lange nicht vergessen werde!

Viva Polonia – Viva Weltjugendtag 2016!


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