Weltjugendtag statt Unterricht

+++ 18. August 2011 – AMG-Schülerinnen in Madrid angekommen

Die Schülerinnen des AMG feierten zusammen mit allen anderen Gruppen den feierlichen Eröffnungsgottesdienst.

Bei der Ankunft am Flughafen in Madrid am Montag, 15. August, mussten die Trierer Weltjugendtagspilger erst einmal suchen: Die 18 Schülerinnen des Bischöflichen Angela-Merici-Gymnasiums aus Trier (AMG) hatten extra eine lange Fahnenstange mit nach Spanien genommen; die war auf dem Gepäckband jedoch nicht wieder zu finden. Erst als jemand sie auf dem Band für Sondergepäck entdeckte, war die Welt wieder in Ordnung. Die jungen Frauen aus Trier und Umgebung sind Teil der Euregio-Gruppe, zu der auch mehr als 500 Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Bistum Trier gehören. Am späten Montagabend sind die Schülerinnen in Madrid gelandet. Sie hatten sich eineinhalb Jahre intensiv auf den Weltjugendtag (WJT) vorbereitet.
Die jungen Frauen sind zusammen mit drei Lehrern in Madrid angekommen. Während des ersten Tages überlegten sie zwischendurch immer wieder, in welchem Unterricht ihre Mitschülerinnen gerade sitzen. Da die Mädels aus der 12. und 13. Klassenstufe nun eine Woche Unterricht versäumen, müssen sie in der nächsten Woche nacharbeiten. „Aber das ist es auf jeden Fall wert“, sagt die 19-jährige Anna Becker. „Die Erfahrungen, die wir hier sammeln, kann man in einer Schulwoche nicht machen". Dabei sei es besonders toll, dass so viele Lehrer die Mädchen unterstützen. „Wir werden ihnen viele Postkarten aus Madrid schreiben", sagt Anna Becker lachend.Für das Essen gibt es in Spanien eine neue Regelung: Mit Gutscheinen können die Pilger sich in vielen lokalen Restaurants, aber auch in großen Ketten ein Pilgermenü abholen. Die Trierer Schülerinnen haben diese neue Methode gleich erfolgreich ausprobiert. Und in ihr Tischgebet „Segne Vater diese Gaben“ stimmten die rundherum sitzenden Pilger direkt ein.Den ganzen Tag trafen sie andere Gruppen, die mit ihren Fahnen vorbeizogen. Die meisten grüßen freundlich, jubelten den Mädels zu und ständig kam die obligatorische Frage „Where are you from?“  „Wir haben schon viele Kontakte mit anderen Gruppen geknüpft", sagt die 18-jährige Fabienne Meyer aus Trier. Die Schülerinnen tauschen Dinge wie Armbänder, Sticker und Pins mit den ausländischen Gruppen.Religionslehrerin Elisabeth Benda ist eine der drei Begleitpersonen: „Die Fahrt war sehr gut organisiert und die erste Nacht zwar kurz, aber sonst ganz ok". Die Idee, zur Vorbereitung des WJT eine AG zu gründen, kam von Lehrer Peter Krämer und Julia Schmitz, den beiden anderen Begleitpersonen. „Wir wollten speziell als Nicht-Religionslehrer etwas für den christlichen Geist der Schule machen. Da wir beide vom Weltjugendtag in Köln begeistert waren, kam uns die Idee", sagt Krämer. In der Jugendarbeit werde vor allem Wert auf Gruppenleiterschulungen und soziales Engagement gelegt. Das sei auch sehr wichtig, aber die Spiritualität und das Internationale kämen dabei manchmal zu kurz. „So konnten wir mit dem Weltjugendtag diese Lücke schließen", sagt Krämer. Einmal im Monat traf sich die AG, um über Glaubensfragen zu reden, sich über den Weltjugendtag und seine Ursprünge zu informieren und auch ganz praktische Dinge zu machen, wie zum Beispiel zu töpfern.Am Mittwochabend feierten die AMGlerinnen zusammen mit allen anderen Gruppen den feierlichen Eröffnungsgottesdienst auf dem Cibeles-Platz. Viele Pilger mussten aufgrund der Hitze und der großen Menschenmasse medizinisch versorgt werden. Doch den AMG-Mädels hat es gefallen: „Ich fand die Messe sehr schön", sagt die 17-jährige Lynn Knippertz aus Welschbillig. „Leider wurden nicht alle spanischen Texte übersetzt. Das war etwas schade. Aber mir hat vor allem das Vater Unser gefallen, als wir uns über alle Reihen und Kulturen hinweg die Hände gereicht haben.“ Ihre Mitschülerin Veronika Still hat vor allem die Stimmung gut gefallen: „Die vielen verschiedenen Kulturen und Fahnen auf einem Platz waren super. Trotz der Unterschiede kamen wir alle zusammen, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Das ist ein schönes Gefühl".Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind noch bis zum 21. August in Madrid. Am Freitag werden noch 150 weitere Leute aus dem Bistum Trier nachkommen. Der Höhepunkt ist die Vigilfeier in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Begleitet wird die Trierer Gruppe von Bischof Dr. Stephan Ackermann und Weihbischof Jörg Michael Peters.
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