„Er lebt hier einfach weiter, auch vor Ort“

Rund 120 junge Menschen bei Weltjugendtags-„Revival“-Wochenende in Kyllburg

Kyllburg – Annika Paulus (27) stöbert durch verschiedene Fotos: Menschenmassen an der Copacabana sind da etwas zu sehen, oder die Christusstatue von Rio. Die Saarbrückerin entscheidet sich für ein Bild auf dem entzündete kleine Kerzen zu sehen sind. Damit gestaltet sie ihre Collage. Einer von vielen Workshops, die am Weltjugendtags-„Revival“-Wochenende in Kyllburg angeboten worden sind. „Es ist sehr schön. Hier kann ich in Erinnerungen schwelgen an die vielen schönen Momente, die wir in Rio erlebt haben“, sagt Paulus. Rund 120 junge Menschen sind für das Wochenende jetzt in die Eifel gekommen. Sie waren entweder selbst beim Weltjugendtag in Brasilien im Juli diesen Jahres dabei, oder haben grundsätzlich Interesse an dem großen Jugendevent. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen kamen aus dem ganzen Bistum Trier, aber auch den Bistümern Lüttich, Troyes und Luxemburg, die zu viert die „Euregio“ bilden. Mit dabei waren auch der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters und der Bischof von Troyes, Marc Stenger.



Ein Hauch von Brasilien liegt in der Luft der kleinen Küche des Bildungs- und Freizeitzentrums Kyllburg. Käsereisbällchen entstehen hier und als Nachspeise Regenbällchen. „Das bringt Erinnerungen an Brasilien zurück, denn dort sind wir immer gut versorgt worden“, sagt Vera Härig (34) aus Düngenheim, die den Koch-Workshop leitet. Das Essen erinnere vor allem an die Gastfamilien in brasilianischen Maringa, bei denen die rund 75 jungen Pilgerinnen und Pilger eine Woche der Gastfreundschaft erleben durften. „Wir behalten euch und die gemeinsame Zeit in Maringa immer gut in Erinnerung und wir freuen uns, euch im Bistum Trier oder auf dem Weltjugendtag in Krakau wiederzusehen“, schreibt eine weitere Gruppe in einem Workshop, der sich speziell mit einem Dankeschön-Paket beschäftigt, das nach Brasilien geschickt werden soll. Mit dabei ist auch der 17-jährige Joshua Streitz aus Trier. Der Weltjugendtag sei ein „Multikulti-Ereignis“ gewesen, sagt Streitz. Das Paket, bestehend aus dem Brief, einem selbstgestalteten Plakat und mehreren Stoffstreifen, die die Teilnehmer individuell gestalten konnten, solle zeigen, „dass wir an unsere Freunde in Brasilien denken.“

Sich wiedersehen, Gemeinschaft erfahren, Erinnerungen auffrischen, und sich über den Glauben austauschen. Das könnten die jungen Leute beim „Revival“-Treffen in Kyllburg, erklärt Christel Quiring vom Arbeitsbereich Jugendpastoral im Bistum Trier. Die Treffen der jungen Menschen der Euregio rund um den Weltjugendtag hätten etwas nachhaltiges, erklärt Quiring weiter. „Es wird fortgeführt, was mit dem Weltjugendtag begonnen wurde“, sagt sie. „Er lebt hier einfach weiter, auch vor Ort.“ Dass „der Glaube über Grenzen hinweg gelebt wird, das erleben wir seit vielen Jahren als Euregio“, hat Weihbischof Peters schon beim Weltjugendtag gesagt. Dies zeigte sich auch beim Wochenende in Kyllburg: Mit Abendlob, Gottesdienst, Katechese und der Möglichkeit über den eigenen Glauben zu sprechen. „Das Kreuzzeichen ist das, was uns vereint“, sagte Bischof Stenger.

„Es ist einfach schön, noch einmal die Gemeinschaft zu sehen“, sagt die 18-jährige Madeleine Welter aus Riol. Sie könnten etwas zusammen unternehmen und „noch einmal das Feeling von Brasilien erleben.“ Vom brasilianischen Kampftanzes „Capoeira“ bis zum Essen und Trinken nach der Küche des lateinamerikanischen Landes, von den Liedern des Weltjugendtages bis zum lebendigen Glauben spüren. Oder einfach nur in den Bildern des Großereignisses stöbern, und das ein oder andere Foto auch austauschen. Und vielleicht auch schon Pläne machen für den Weltjugendtag 2016 in Krakau.

Am 13. Juli flogen rund 75 junge Menschen aus dem Bistum Trier zum Weltjugendtag nach Brasilien. Nach einem Besuch der Wasserfälle von Iguacu und Begegnungstagen in Maringa feierten sie vom 23. bis 28. Juli in Rio mit vier Millionen anderen Pilgern den Weltjugendtag.

Weitere Fotos vom Wochenende in Kyllburg sid hier zu finden. bit.ly/1geax1O